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Sekundärgeschäftsfelder – neue Möglichkeiten in der Immobilienwirtschaft

(von André Kurzmann)

Der Immobilienmarkt scheint sich nach der Krise zu erholen und sich langsam wieder positiv zu entwickeln, in jedem Land jedoch unterschiedlich. So scheint die Nachfrage nach jeglichen Immobilientiteln in Deutschland optimistischer, als in den USA. Dort ist derzeit die Zahl der Zwangsversteigerungen so hoch wie noch nie. Die Branche sucht nun nach weiteren Geschäftsfeldern, die den Immobilienmarkt wieder attraktiver machen. Asset- oder Property Management sind nicht mehr genug. Die Entwicklung zielt auf neue Märkte, nach sekundären Geschäftsfeldern.

 

Facility Management oder Integrierte Industrieprozesse sind nur Komplementärgeschäftsfelder

Komplementärgeschäfte sind in vielen Industrien schon immer notwendig gewesen: steigt die Autoproduktion, erhöht sich auch der Absatz von Autoreifen, Batterien oder Autositzen. In der Immobilienwirtschaft ist das ähnlich: wenn gebaut wird, wird Beton, Glas, Stahl und Kabellage benötigt, was für den gesamten Lebenszyklus der Immobilien gilt.

 

Was jedoch sind nun Sekundär-Geschäftsfelder?

Sekundär-Geschäftsfelder sind jene, die nicht Kerngeschäft sind und nicht zwingend Felder, die für das Kerngeschäft benötigt werden, jedoch aus dem Kerngeschäft ableitbar sind. Sie sind keine Bereiche, die bereits im Facility Management berücksichtigt werden.

Der Mieter ist nicht nur Vertragspartner, der über Jahre einen Cash Flow generiert, sondern - und dies insbesondere seit dem Boom von sozialen Netzwerken wie Facebook - auch Konsument von Serviceleistungen und Informationsquelle von Bedürfnissen, die wiederum andere Branchen betreffen. Er erzeugt Produkte, die für andere werthaltig sind. Er fragt Produkte nach, die es noch nicht gibt und erst entdeckt werden müssen oder Leistungen, die es bereits gibt, jedoch vom Vermieter nicht angeboten werden.

Der Mieter einer Wohnung gibt durch sein soziales Verbundverhalten, seine Zahlungsmoral, seine Aktivitäten und Präferenzen mehr Informationen Preis, als Institute für Konsumentenforschung jemals ermitteln könnten. Ein Mieter verbringt ein Viertel seines Lebens in der Wohnung - näher als der Vermieter kommt niemand an seine Kunden.

Dies gilt für jegliche Immobilie: es gibt immer zusätzliche Geschäftsfelder, die nicht zwingend etwas mit dem Vermieten als Hauptgeschäftsfeld zu tun haben müssen.

Die Kunst besteht nun darin herauszufinden, welches die vielversprechendsten neuen Geschäftsfelder sein könnten. Innovative Ansatzpunkte gibt es genug und deren Umsetzung könnten die bestehenden Geschäftsergebnisse um bis zu 30% erhöhen. Zum einen durch neu generierten Umsatz, zum anderen durch die Wechselwirkung mit dem Hauptgeschäftsfeld.

 

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